That's racing

Mit zwei Beulen auf Platz zwei

Das äußerst gelungene Saisonfinale zwei Wochen zuvor hat uns nochmal richtig Lust gemacht im Rahmen der Classic Trophy bei der diesjährigen Westfahlentrophy vom 22. bis 24. Oktober anzutreten und die Motorsportsaison 2010 ausklingen zu lassen. Doch manchmal sollte man vielleicht besser aufhören wenn es am schönsten ist.

Mit frischem Wind und kühlen Temperaturen empfing uns der Nürburgring diesmal ganz anders als noch vor zwei Wochen. Als dann auch immer wieder Regen einsetzte war klar, dass es kein leichtes Rennen wird. Am sonntag früh nutzten wir also nochmal die Gelegenheit den Wagen an die Verhältnisse zu gewöhnen und nahmen die 75 minütige Testfahrt in Anspruch. Hierbei konnte sich unser Mechaniker Mike endlich mal vom Zustand des Dukes überzeugen und ein paar Nordschleifenrunden drehen.

Gut vorbereitet sollte es also ins Training gehen. Doch schon früh sollten uns die Lichtverhältnisse und die Nässe einen dicken Strich durch die Rechnung machen. In der Kurzanbindung in der Römerkurve stand die Sonne tief und wurde zudem von der nassen Fahrbahn reflektiert. Das bereitete den Fahrern Probleme. Zwei Fahrzeuge vor unserem Duke rutschte ein Porsche beinahe in die Reifenstapelschikane. Der danach folgende BMW konnte gerade noch bremsen, aber für Uwe war aufgrund der Sichtverhälnisse nichts mehr zu machen. Beim Ausweichmanöver streifte er mit dem rechten Kotflügel das Heck des BMWs und musste erstmal zurück ins Fahrerlager.

Eine kräftige Maßnahme mit unseren Wagenhebern musste her um den Duke wieder flott zu bekommen. Zum Glück hatte das Fahrwerk nicht viel abbekommen und so konnten wir noch die verbleibende Stunde des Trainings bestreiten. Und das außerordentlich erfolgreich, trotz leicht angeschlagener Lenkung. Mit 15:05 Minuten auf dem nassen Gesamtkurs konnten wir die schnellste Trainingszeit aller MG B fahren.

Zum Rennen am Nachmittag wurde die Spur noch nachgestellt und die Räder gewuchtet. Doch auch diese Maßnahmen sollten die Lenkung nicht mehr zählbar verbessern. Mit der guten Platzierung aus dem Training wurde das Rennen in der dritten Startgruppe aufgenommen. Nach dem Start hielt der planmäßige Startfahrer, Marcus, gut mit und ließ auch besser motorisierte Fahrzeuge auf der Nordschleife erstmal hinter sich. Zudem konnte der Vorsprung auf den nachfolgenden MG B ausgebaut werden.

Es folgten zwei Runden in denen ein vorausfahrender weißer Porsche 914/6 unter seinen Möglichkeiten fuhr und damit den darauffolgenden Alfa Romeo eines polnischen Mitstreiters und uns in unserem Duke auf der Nordschleife sehr aufhielt. Nachdem mehrere Überholversuche des polnischen Alfa Romeo auf den Umständen nicht angemessene Weise abgewehrt wurden und dazu bereits blaue Flaggen gezeigt wurden, fasste der schnellere Alfa in der Rechtskurve nach dem ersten Sprung im Pflanzgarten erneut den Entschluss zu überholen. Doch wieder wurde ihm die Tür zugemacht und er konnte diesmal nicht mehr ausweichen als der Porsche ihm zum wiederholten Male den Weg abschnitt.

Die Folge war ein Dreher des Alfa Romeo, dem Marcus nur knapp ins Kiesbett auf der linken Seite ausweichen  konnte. Der nach uns folgende Ford Escort konnte leider nicht mehr ausweichen. Er traf den querstehenden Alfa an der rechten Seite und rutschte rückwärts ins Kiesbett. Leider kam er dort direkt vor unserem Duke zum Stehen. Bremsen und Ausweichen half nicht mehr, da im Kies die Manövrierfähigkeit auch äußerst eingeschränkt war. Ein Aufprall mit geringer Restgeschwindigkeit in die Seite des Ford war nicht mehr zu verhindern.

(Ein Video vom Unfall aus Sicht des Alfa Romeo wird bald bei Youtube sichtbar sein.)

Zum Glück war der Abschleppwagen, der in der Nordschleifenzufahrt im Pflanzgarten stand, nicht weit und so wurden wir schnell aus dem Kies befreit. Nach kurzer Nachfrage, ob die Front stark beschädigt sei ging es Richtung Box. Dabei flogen kiloweise Steine aus den Ritzen unseres Chassis.

Beim Boxenstopp zeigte sich zum Glück, dass es wieder einmal "nur" das Blech erwischt hat. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren machte sich Marcus wieder auf dem Weg und startete die Aufholjagt, denn inzwischen lag man wohl weit hinten. Daher wurde auch der planmäßige Boxenstopp ausgelassen. Die Strategie sollte aufgehen und so konnten Runde für Runde bei (endlich) freier Fahrt Zeit gutgemacht werden.

Als wir in der vorletzten Runde dann den babyblauen MG B von Mike Entwisle überholen konnten, war klar, dass doch noch was drin war. Mit dem Vorteil der Avon Reifen konnten wir letztendlich einen hervorragenden zweiten Platz in der Klasse herausfahren. Immerhin das Ergebnis konnte uns zufrieden stellen.

Unser Duke machte sich nach dem Rennwochenende erstmal auf den Weg nach England, wo er jetzt einer unfreiwilligen Schönheitsoperation ausgesetzt wird.

Viele Grüße möchten wir zum Schluss noch an den netten Fahrer des BMW loswerden, der uns unser Missgeschick großzügig und sehr kollegial sofort verziehen hat und des Weiteren gehen die besten Grüße auch ins Kesselchen, welches wir an diesem Wochenende wohl zum leider, leider letzten Mal betreten haben werden. Mit einer Träne im Auge möchten wir Danke sagen für die immer freundliche Bedienung, die ehrliche Gastfreundschaft, das leckere Holsteiner-Jäger-Schnitzel und die Aufkleber, die uns noch lange an Euch erinnern werden. Wir werden euch am Ring echt vermissen!

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